Dr. Diana Walther

Forschungsschwerpunkte

Sozio- und Varietätenlinguistik: Jugendsprache, Alterssprache, Genderlinguistik, Dialekt und Spracherwerb

Pragmatik: Gesprächsanalyse, Textanalyse, Mündlichkeit und Schriftlichkeit/gesprochene und geschriebene Sprache

Historische Pragmatik/Sprachgeschichte: Historische Textsorten und Historische Textanalyse

Kurzzusammenfassung Dissertation

Der Fokus der Jugendsprachforschung liegt auf dem Gesprächsverhalten in weiblichen und männlichen Peergruppen, Analysen gemischter Gruppen erfolgten bisher nicht. Diese Studie schließt diese Forschungslücke und untersucht die Sprachhandlungsmuster Lästern, Frotzeln und Blödeln in gemischtgeschlechtlichen jugendlichen Kleingruppen zweier Altersklassen (12–15 Jahre, 16–19 Jahre). Wie werden Läster-, Frotzel- und Blödelaktivitäten in getrennt- und gemischtgeschlechtlichen Situationen sprachlich ausgestaltet? Welche Funktionen nehmen sie ein? Auf Grundlage des empirischen Materials werden gendertypische Merkmale des Lästerns, Frotzelns und Blödelns sowie verschiedene Konzepte zur Versprachlichung des Doing Gender unter Jugendlichen herausgearbeitet und diskutiert.

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Habilitationsprojekt "Textverarbeitung im Alter"

Wissenschaftliche Hilfskraft: Daphne Panagiotou (11/2018 - 03/2019)

Mündliches Kommunikationsverhalten von älteren Menschen wurde in den letzten 25 Jahren ausführlich untersucht (u.a. bei Nussbaum et al. 1989, Fiehler/Thimm 1998, Thimm 2000, Nussbaum/Coupland 2004, Fiehler 2008), auch die mündliche Kommunikation von und mit Demenzerkrankten ist bereits etablierter Forschungsgegenstand, v.a. im Kontext Pflegeheim (u.a. bei Arens 2005, Sachweh 2008). Seit einigen Jahren scheint das Thema "Mündlichkeit im Alter" jedoch aus dem Fokus der Forschung weitgehend verschwunden zu sein. Auch die Analyse schriftlicher Kommunikation bei Älteren ist noch ein großes Forschungsdesiderat. Erst in letzter Zeit wird die Bedeutung der Arbeit mit Texten bei Demenzerkrankten in den Fokus der Betrachtung gestellt (Frings 2016, Freadman/Bain 2016). Mein Forschungsprojekt besteht derzeit aus zwei Schwerpunkten: 1) Schreiben und Demenz sowie 2) Textsortenspektrum älterer Schreiber/-innen.

(1a) Bei dem mir vorliegenden Textmaterial handelt es sich um Kalenderbucheinträge aus den Jahren 1999 bis 2009, die von einem älteren Schreiber angefertigt wurden, bei dem sich im Laufe der Jahre zunehmende Demenzerscheinungen beobachten ließen. Das Ziel der Untersuchung ist es, eine spezifische Textsorte aus text- und variationslinguistischer Perspektive zu analysieren, der bisher noch sehr wenig Aufmerksamkeit zugekommen ist. Zunächst soll die Textsorte »Kalenderbucheintrag« in ihren allgemeinen Grundzügen beschrieben werden, die methodische Grundlage hierfür bildet eine klassische linguistische Textanalyse. Es soll u.a. der Frage nachgegangen werden, durch welche textexternen und textinternen Kriterien diese Textsorte charakterisiert werden kann. Wie ist die Textsorte formal aufgebaut? Welche grammatischen und lexikalisch-semantischen Merkmale sind charakteristisch? Welche kommunikativen Praktiken und Muster sind auffällig? Welche Funktion(en) erfüllt der Text? Wie unterscheidet sich die Textsorten zu ähnlichen Textsorten, z.B. dem Tagebucheintrag? Mit diesen Fragestellungen kann die enge Verbindung von Text- und Varietätenlinguistik geschaffen werden, indem Besonderheiten der Textproduktion im Alter beschrieben werden.

(1b) Die Textsorte »Kalenderbucheintrag« kann im vorliegenden Material über einen Zeitraum von 10 Jahren beobachtet werden und zeigt zunächst Konstanten auf unterschiedlichen Ebenen (Aufbau/Struktur, Thema, sprachliche Strukturen), es können aber auch Variation und Wandelprozesse beobachtet werden, die mit dem außersprachlichen Faktor Demenz in Verbindung stehen. Das Datenmaterial soll hinsichtlich des Verhältnisses von Textproduktion und fortschreitender Demenz bei dem älteren Schreiber untersucht werden. Hier soll die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und wie sich Demenzerscheinungen auf Kohäsions- und Kohärenzebene im Text niederschlagen und sich damit Wandelprozesse für die vorliegende Textsorte beschreiben lassen.

(2a) Bis Juli 2018 wurde ein Textkorpus erstellt, welches das alltägliche, private Textsortenspektrum 30 älterer Schreiber/-innen erfasst: Briefe, Kalendernotizen, Tagebücher, biographische Texte (Lebensberichte, Familienchroniken), Reiseberichte, Gedichte, (Kurz)Geschichten, E-Mails, WhatsApp-Nachrichten. Ergänzt wird das Textkorpus durch Interviews, in denen die älteren Schreiber/-innen über ihre Schreibbiographie reflektieren, ihre Motive für das Schreiben darlegen und erklären, wie sie spezifische Themen, die sie im Alltag beschäftigen, in ihren Texten verarbeiten (z.B. Krankheit, Pflege, Sterben, Tod).

(2b) Aus dem Textkorpus werden einzelne Textsorten herausgefiltert, die gehäuft auftreten. Diese sollen aus textlinguistischer Perspektive beschrieben und auf Grundlage der Interviews näher aus der Schreiberperspektive betrachtet werden.

letzte Änderung: 10.10.2018

Dr. Diana Walther

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Pragmatik und Variation

Studienberaterin: Deutsch im Staatsexamen (Gymnasium, Mittelschule, Sonderpädagogik), Zweitfach Deutsch im BA/MA Wirtschaftspädagogik

Raum: H1, 4.06

Telefon:
(0341) 97 37 373

Sprechzeiten:

Wintersemester 2018/2019: montags 9.30 Uhr bis 11 Uhr (keine Anmeldung erforderlich)

Konsultation zur mündlichen Prüfung im Staatsexamen Winter 2018/2019: Montag, 22.10.18 um 17 Uhr im GWZ, H1.416