Dr. Diana Walther

Forschungsschwerpunkte

Sozio- und Varietätenlinguistik: Jugendsprache, Alterssprache, Genderlinguistik, Dialekt und Spracherwerb

Pragmatik: Gesprächsanalyse, Textanalyse, Mündlichkeit und Schriftlichkeit/gesprochene und geschriebene Sprache

Historische Pragmatik/Sprachgeschichte: Historische Textsorten und Historische Text-analyse

Kurzzusammenfassung Dissertation

Der Fokus der Jugendsprachforschung liegt auf dem Gesprächsverhalten in weiblichen und männlichen Peergruppen, Analysen gemischter Gruppen erfolgten bisher nicht. Diese Studie schließt diese Forschungslücke und untersucht die Sprachhandlungsmuster Lästern, Frotzeln und Blödeln in gemischtgeschlechtlichen jugendlichen Kleingruppen zweier Altersklassen (12–15 Jahre, 16–19 Jahre). Wie werden Läster-, Frotzel- und Blödelaktivitäten in getrennt- und gemischtgeschlechtlichen Situationen sprachlich ausgestaltet? Welche Funktionen nehmen sie ein? Auf Grundlage des empirischen Materials werden gendertypische Merkmale des Lästerns, Frotzelns und Blödelns sowie verschiedene Konzepte zur Versprachlichung des Doing Gender unter Jugendlichen herausgearbeitet und diskutiert.

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Kurzzusammenfassung Habilitationsprojekt

Mündliches Kommunikationsverhalten von älteren Menschen wurde in den letzten 25 Jahren ausführlich untersucht (u.a. bei Fiehler 2008, Fiehler/Thimm 1998, Thimm 2000), auch die mündliche Kommunikation von und mit Demenzerkrankten ist bereits etablierter Forschungsgegenstand, v.a. im Kontext Pflegeheim (u.a. bei Arens 2005, Sachweh 2008). Die Analyse schriftlicher Kommunikation bei Älteren ist hingegen noch ein großes Forschungsdesiderat. Erst in letzter Zeit wird die Bedeutung der Arbeit mit Texten bei Demenzerkrankten in den Fokus der Betrachtung gestellt (Buchmann 2016, Frings 2016).

Bei dem mir vorliegenden Textmaterial handelt es sich um Kalenderbucheinträge aus den Jahren 1999 bis 2009, die von einem älteren Schreiber angefertigt wurden, bei dem sich im Laufe der Jahre zunehmende Demenzerscheinungen beobachten ließen. Das Ziel des Forschungsprojektes zum Thema »Textverarbeitung im Alter« ist, eine spezifische Textsorte aus text- und variationslinguistischer Perspektive zu analysieren, der bisher noch sehr wenig Aufmerksamkeit zugekommen ist. Zunächst soll in einer Pilotstudie die Textsorte »Kalenderbucheintrag« in ihren allgemeinen Grundzügen beschrieben werden, die methodische Grundlage hierfür bildet eine klassische linguistische Textanalyse. Es soll u.a. der Frage nachgegangen werden, durch welche textexternen und textinternen Kriterien diese Textsorte charakterisiert werden kann. Wie ist die Textsorte formal aufgebaut? Welche grammatischen und lexikalisch-semantischen Merkmale sind charakteristisch? Welche kommunikativen Praktiken und Muster sind auffällig? Welche Funktion(en) erfüllt der Text? Wie unterscheidet sich die Textsorten zu ähnlichen Textsorten, z.B. dem Tagebucheintrag? Mit diesen Fragestellungen kann die enge Verbindung von Text- und Varietätenlinguistik geschaffen werden, indem Besonderheiten der Textproduktion im Alter beschrieben werden.

Die Textsorte »Kalenderbucheintrag« kann im vorliegenden Material über einen Zeitraum von 10 Jahren beobachtet werden und zeigt zunächst Konstanten auf unterschiedlichen Ebenen (Aufbau/Struktur, Thema, sprachliche Strukturen), es können aber auch Variation und Wandelprozesse beobachtet werden, die mit dem außersprachlichen Faktor Demenz in Verbindung stehen. Das Datenmaterial soll hinsichtlich des Verhältnisses von Textproduktion und fortschreitender Demenz bei dem älteren Schreiber untersucht werden. Hier soll die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und wie sich Demenzerscheinungen auf Kohäsions- und Kohärenzebene im Text niederschlagen und sich damit Wandelprozesse für die vorliegende Textsorte beschreiben lassen.

Aufbauend auf der Pilotstudie zum Verhältnis von Textproduktion und Demenz bei einem älteren Schreiber soll in einem zweiten Schritt ein Vergleich erfolgen, der den Fokus auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Textverarbeitung bei gesunden und demenzkranken Schreibern im Alter legt. Die Untersuchung soll folgende Zielstellungen fokussieren: (1) Zunächst soll anhand exemplarischer Analysen das Textsortenspektrum bei gesunden älteren Schreibern erfasst werden. (2) Darauf aufbauend soll die Textverarbeitung bei gesunden älteren Schreibern in Korrelation zu außersprachlichen Faktoren analysiert werden. (3) In einem dritten Schritt soll dann der Vergleich der gesunden Schreiber zu demenzkranken Schreibern erfolgen. (4) Es soll abschließend die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Merkmale bei beiden Probandengruppen identisch sind und wodurch sich Texte gesunder und erkrankter Schreiber/-innen unterscheiden.

letzte Änderung: 01.11.2017

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sprachwissenschaft (Pragmatik, Variation)

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Telefon: 37 373

E-Maildiana.walther(at)uni-leipzig.de

Sprechzeiten:
Wintersemester 2017/2018: montags, 09:30-11:30 Uhr (für Seminarteilnehmer und Studienberatung StEx Gymnasium, Mittelschule, Sonderpädagogik, Wirtschaftspädagogik)