Christian Forche

Interessengebiete:

  • Morphosyntax
  • Sprachkontakt
  • Kontrastive Linguistik
  • Deutsch-als-Fremdsprache
  • Sprachwandel

 

Promotionsprojekt:

„NonV2-Verben im Deutschen. Theoretische Überlegungen und empirische Untersuchungen zu einem morphosyntaktischen Problemfall (den es vielleicht gar nicht gibt)“

(erfolgreich verteidigt am 13.07.2018)


Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit dem eigentümlichen Phänomen, dass sich bestimmte Verben gegen die Anforderung sperren, dass das finite Verb in Hauptsätzen die zweite Strukturposition einnimmt (V2). Sätze wie „Der Regisseur uraufführt das Stück.“ bzw. „Der Regisseur führt das Stück urauf.“ werden allgemein als grammatisch nicht akzeptabel abgewiesen. In Verbletztstellung (VL) („..., dass der Regisseur das Stück uraufführt.“) ist die Verwendung dieser Verben allerdings problemlos möglich. Die bislang in der einschlägigen Literatur anzutreffenden Erklärungsversuche greifen meist zu kurz, um den empirischen Prämissen zu genügen. Anhand umfangreicher korpusbasierter Analysen, die z.T. durch Befragungsstudien ergänzt werden, wird in dieser Arbeit zunächst die bislang höchst unzureichend empirisch aufgearbeitete Datenlage erfasst und so vor dem Hintergrund des Verhaltens normaler Verben herausgearbeitet, bei welchen Verben es sich tatsächlich um sog. NonV2-Verben handelt. Dabei zeigt sich, dass diese keine (homogene) Klasse bilden; vielmehr sind verschiedene Gruppierungen zu erkennen, von denen einige gar nicht als Verben – sondern als Substantive oder Adjektive – zu analysieren sind.  Für die genuinen NonV2-Verben wird anhand von logistischen Regressionsanalysen gezeigt, dass die V2-Blockierung nicht monokausal, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren begründet ist. Bei genauerer Betrachtung aller signifikanten Faktoren wird allerdings deutlich, dass diese nicht genuin stellungsrestringierend sind, sondern (mit Ausnahme des Faktors Doppelpartikel) viel genereller das Auftreten finiter Formen hemmen. Dies spricht dafür, dass es eine syntaktische Blockierungsregel als unabhängiges Phänomen gar nicht gibt, sondern sog. ‚NonV2-Verben‘ vielmehr ein (kumuliertes) Epiphänomen anderer Faktoren darstellen.

letzte Änderung: 24.07.2018

Christian Forche

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